Offen gesagt!

Hals- und Beinbruch, Lorenzo! ...... ???

Wir müssen uns noch einer wichtigen ... sehr wichtigen Frage zuwenden, ganz grundsätzlich und für alle Beiträge auf IHEP gültig: Der Sicherheit! Gerade dieses neue Jahr, diese grad angelaufene Grüne Saison treibt ja jetzt schon auf einen traurigen „Rekord" zu.

Hals- und Beinbruch, Lorenzo! ...... ???
Großartig, was man selbst mit manchmal etwas eigenwilligen oder gar im Ruf der Schwierigkeit stehenden Pferden erreichen kann: Silke Rinner auf Minitou und Tamara Aneter auf Codys Last Summerdream von der Parelli-Gruppe Wiesen.


Zu betonen ist, dass besonders die Bilder, die hier veröffentlicht werden, zeigen, was wirklich ist. Nicht eine Idealdarstellung bringen wollen oder auch nicht belehren wollen. Wir zeigen was wirklich ist. Vernünftig weiterdenken, bei allem Erstaunen über neuen Umgang mit Pferden, bei allem Staunen was alles erreicht werden kann, wenn man eng mit den Tieren denkt und lebt, muss im Hinterkopf immer sein, dass es eben doch große, manchmal ungestüme Fluchttiere sind, einen Rempler oder Buckler in keiner Weise bösartig meinen, dennoch aber den zerbrechlichen Menschen übel erwischen können.
Ein für alle Mal sei also gesagt, dass wir raten, jede mögliche Sicherheitsvorkehrung wahrzunehmen; über Sicherheit immer wieder ganz gezielt und intensiv nachzudenken, Beratung in Anspruch zu nehmen, gerade diese Fachartikel genau zu lesen.
Was wir aber nicht machen werden, ist, nur Bilder „mit Helm und Rückenschutz" zu zeigen. Unendlich viele gute und wichtige, spannende Beispiele würden da verloren gehen. Und niemand nimmt aus den Showbeiträgen die Ungarische Post heraus.
Und wir sagen ab diesem Artikel hier auch nicht mehr jedes mal dazu, was man alles beachten sollte.
Außerdem greift die „Helm- und Rückenschutz-Debatte" viel zu kurz, kennt man sich wirklich aus. Richtig ist, dass Schutzkleidung manches und manchmal das Schlimmste verhüten kann. Richtig ist aber vor allem, dass ein kenntnisreicher, tierverständiger Umgang, ein Vorausdenken was alles passieren kann, eine durchdachte und geduldige Vorbereitung der Pferde auf neue Aufgaben sehr viel wichtiger und zielführender ist. Diesen Beispielen und Besprechungen werden wir breiten Raum geben.


Wir müssen aber auch alle, unterm Strich aller möglichen Vorkehrungen, ganz grundsätzlich zur Kenntnis nehmen, dass Reiten und der Umgang mit Pferden ein an sich durchaus gefährlicher Lebensbereich ist. Je nachdem, was wir erreichen wollen, Ausreiten, Springen, NHT-Leben mit Pferden, bleibt immer ein Gefahrenpotential. Das nehmen wir bewusst in Kauf - nur wenn es unbewusst ist, weil nicht gewarnt und entsprechend ausgebildet und trainiert wurde, dann ist es Unsinn und verwerflich.
Der Franzose Lorenzo, für viele aktuell Vorbild und unglaublich interessanter Pferdemensch - so in sich dürfte er ja wirklich schon die Seiten gewechselt haben, mehr Pferd als Mensch sein, was der alles erreicht - ist auch ein sehr glaubwürdiges Beispiel dafür, dass es eben auch immer die Gefahr, die Unfallmöglichkeit im Hintergrund gibt. So sportlich und kenntnisreich kann man gar nicht sein. Wirklich großartig, wie der „Fliegende Reiter" am Pferderücken steht, springt, auf sechs Pferden stehend dahingaloppiert auf den Marschwiesen der Camargue - aber liest man seine Schriften, stößt man auch auf die dreifache Wirbelquetschung nach Sturz, an der er bis heute laboriert. Und da war noch viel Glück dabei!


Kaum noch jemand gebraucht heute den altvat´rischen Glückwunsch vom „Hals- und Beinbruch", wenn wer in einen Bewerb oder eine schwierige Übung geht. Aber es ist was drann. Kulturgeschichtlich sollte der Spruch ja die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls bannen, kommt aus einer Zeit, als man dachte, man kann durch das Aussprechen einer Gefahr die Wahrscheinlichkeit senken, dass etwas passiert, einen Dämon oder bösen Geist vertreiben. Ein kleiner, moderner Rest davon: Sollte der, der sich bewusst in Gefahr begibt, womöglich übersehen haben, dass es auch gefährlich wird oder mögliche Sicherheitsmassnahmen nicht getroffen haben, dann könnte es darauf schnell noch rechtzeitig aufmerksam machen.
In diesem Sinn, Ihnen allen, die vielleicht etwas aus der neuen Zeitung oder den Berichten hier auf IHEP aufgreifen wollen, also ein herzlichstes Daumendrücken, dass Ihnen und ihrem Pferd nichts passiert. Und bei aller Großartigkeit, was gerade mit den neuen Reitweisen rund um NHT und NHS, aber auch mit dem traditionellen Springen oder Querfeldein für Abenteuer erlebbar werden: Treffen Sie immer alle möglichen Vorsichtsmassnahmen und gehen Sie das nächste Abenteuer erst an, wenn sie sich und Ihr Pferd wirklich gut und geduldig darauf vorbereitet haben!

Veröffentlicht Samstag, 18. April 2009 17:38 von IHEP-Redaktion

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