Interessenvertretung

Was kann das mit „ORF-Sport +“ noch werden?

Mit viel Theaterdonner wurde zum Nationalfeiertag der neue Sparten-Sender des ORF für den Sport aus der Taufe gehoben. Da war naheliegend – aufgrund der bisherigen Versäumnisse gegenüber den gut 400.000 Pferdeinteressierten österreichweit – nachzufragen, wie es um die Reiterinteressen in Zukunft stehen wird, bei so viel neuer Sendezeit.

Außerdem: Es hilft nichts, sowohl für seine Kameraleute besonders im Sportbereich wie auch für viele seiner Reportagen, so sie von im jeweiligen Sport kompetenten Reportern gemacht werden, ist der ORF-Sport zu Recht berühmt.

Doch was nach den Ankündigungen und den darauf folgenden Gebührenerhöhungen - mit 1. Juni 2012 werden die ORF -Gebühren um sieben Prozent steigen – für den Reitsport wirklich erwartet werden kann, ist noch völlig unübersichtlich.

Die Pläne: „Der Start von gleich zwei neuen 24-Stunden-Spartenkanälen, ORF SPORT + und ORF III, ist ein Meilenstein in der Unternehmensentwicklung und eines der wichtigsten Programmprojekte. Wir entwickeln damit die ORF-Senderfamilie in den wesentlichen Bereichen Sport, Kultur und Information für unser Publikum weiter und bauen unser Programmangebot damit in öffentlich-rechtlichen Kernbereichen nachhaltig aus. ORF SPORT + steht damit ebenso wie ORF III für öffentlich-rechtlichen Mehrwert, den nur der ORF als Dienstleister für Österreich bieten kann", gab der kürzlich wiederbestellte ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz den neuen Sendern mit auf den Weg.
„Unser Programm soll die Vielfalt des Sports abbilden. Die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler stehen dabei im Mittelpunkt. Ob Schulsport, Behindertensport oder das Antreten österreichischer Sportlerinnen und Sportler bei internationalen Wettkämpfen - ORF SPORT + ist mit dabei! Wir zeigen vor allem Sportarten, von denen üblicherweise in den Medien nicht breit berichtet wird", so TV-Sportchef Mag. Hans-Peter Trost.
Und die Sendungsverantwortliche von ORF SPORT +, Mag. Veronika Dragon-Berger, hat sich für die (Weiter-)Entwicklung des ORF-Sport-Spartenkanals „vor allem ein Ziel“ vorgenommen: „Wir wollen ein qualitativ hochwertiges Programm für alle sportbegeisterten Frauen und Männer machen. Das Programmschema, das wir für ORF SPORT + entwickelt haben, soll den Zuseherinnen und Zusehern größtmögliche Programmsicherheit bieten." Der Österreich-Bezug soll bei ORF SPORT + eine zentrale Rolle spielen, so die Theorie. „In das Programm aufgenommen werden regionale und nationale Veranstaltungen österreichischer Sportverbände und Veranstalter sowie internationale Sportbewerbe, bei denen österreichische Mannschaften oder Sportlerinnen und Sportler antreten. Die Live-Berichterstattung nimmt bei ORF SPORT + einen besonders hohen Stellenwert ein. Die Programminhalte sollen die Bevölkerung umfassend über sportliche Fragen informieren und das Interesse der Bevölkerung an aktiver sportlicher Betätigung fördern.
Und für uns Reiterinnen wäre besonders bedeutsam: „Auch weniger bekannte Sportarten und ihre Ausübungsregeln sollen „transportiert werden“. Dem Breitensport, dem Schulsport und dem Sport von Menschen mit besonderen Bedürfnissen wie zum Beispiel den Paralympics oder den Special Olympics wird ebenfalls viel Platz eingeräumt werden. Ebenso wird über gesundheitsbezogene Aspekte des Sports und über die negativen Folgen des Dopings berichtet.

ORF SPORT + will aber, so das Vorhaben, „auch eine „Zukunftswerkstatt" sein und dem ORF die Möglichkeit bieten, neue Sendeformen und Formate zu entwickeln. Junge Menschen sollen bei ORF SPORT + aktiv in die Medienarbeit eingebunden werden“.
Der Ablauf am Sender, mit dem man organisatorisch rechnen kann: Jeden Tag von Montag bis Sonntag erfolgt von 20.15 bis 23.15 Uhr die Erstausstrahlung eines Programms. Es folgen im Drei-Stunden-Rhythmus drei Wiederholungen aus den Vortagen. Die so entstehenden zwölf Sendestunden werden bis zur neuen Erstausstrahlung am darauffolgenden Tag - ab 8.15 Uhr - einmal wiederholt. Bei großflächigen Live-Übertragungen (etwa dem Stadthallen-Turnier) werden das Programm und auch die Wiederholungen flexibel gestaltet. Es entsteht somit eine Mischung aus aktuellem (Live-)Programm und zeitnahen Wiederholungen, die den Zuseherinnen und Zusehern in jeder individuellen Zeitzone die Programmhighlights der Woche anbietet.

Die Erstausstrahlung um 20.15 Uhr wird täglich vom Präsentator der Sendung „Sport aktuell" in ORF eins anmoderiert.

Und als Programmhighlights wurde angekündigt und auch tatsächlich abgearbeitet: „Reitsport: Fest der Pferde (11. bis 14. November 2011)“.

http://tvthek.orf.at/programs/1379-Sport-Bild/episodes/3169947-Sport-Bild/3169965-Wiener-Pferdefest

http://tvthek.orf.at/programs/889789-Sport-Aktuell/episodes/3176117-Sport/3177079-Wiener-Pferdefest

http://tvthek.orf.at/programs/889789-Sport-Aktuell/episodes/3181161-Sport/3181209-Wiener-Pferdefest

Man sollte übrigens die ORF-TV-thek wirklich im Auge behalten. Das Archiv reagiert auch sehr gut auf die Stichworte. Das Interview mit Victoria Max-Theurer ist aber übrigens schon wieder herausgefallen, Links landen im Nichts.

Und das war´s auch schon wieder.

Die Anfrage, wie es für die Reiterinnen weitergehen wird, womit man konkret rechnen kann, was der Rote Faden für diesen breiten und – siehe die Sendungsverantwortliche – vor allem von Frauen ausgeübten Sport sein wird, gibt es noch keine Antwort.
Zumindest Berichte von allen „Staatsmeisterschaften“ in Zukunft, das wäre als Richtlinie schon sehr erfreulich, wenn wirklich alles davon umfasst wäre, von Dressur und Voltigieren, den Westerndisziplinen bis zu Distanz und Rennen. Mehr wäre natürlich erstens angebracht, und zweitens großartig!
Veröffentlicht Dienstag, 22. November 2011 10:33 von IHEP-Redaktion

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