Pferdehaltung

Stromkosten: Sparen ist auch im Reitstall angesagt!

*** Angebote der E-Werke abgleichen/Und auf Stromsparen umrüsten! ***

Jahreswechsel. Zeit der Jahresabrechnungen und Bilanzen. Bringen wir daher die für uns Reiterinnen wichtigen Wirtschaftsnachrichten hinter uns, dann können wir uns wieder auf den Sport und das Leben mit den Pferden konzentrieren.

Die gute Nachricht, was die Stromkosten betrifft: Aktuell steigen die Rechnungen der E-Werke kaum an. Nachdem sie lange Zeit Preis- und Inflationstreiber waren. Aber derzeit ist es erfreulich still. Dennoch, gerade in der Zeit der exzessiven Hallenbeleuchtung, zeigen sich noch ungenutzte Einsparungspotentiale - die Stromkosten in Österreich könnten um einiges niedriger sein. Das berichtet die Regulierungsbehörde E-Control, eine Art – lahme – Interessenvertretung der Stromkunden. Das Senkungspotenzial für Haushalte liege insgesamt bei rund 100 Millionen Euro, für einen Haushalt seien dies 20 bis 30 Euro pro Jahr. Für Reitställe mit Hallenbeleuchtung – die Tarife sind meist ähnlich den haushalten - liegen sowohl Verbrauch als auch Einsparungspotential ganz ähnlich, nur jeweils im Durchschnitt drei- bis viermal so hoch. Womit also bei maximaler Nutzung der Einsparungsmöglichkeiten so um die 120 bis 150 Euro gespart werden könnten. Das ist nicht die Welt, man fragt sich, ob einige Stunden debattieren mit dem E-Werk dafür stehen. Alles in allem sollte man das aber mitnehmen in einem Jahr, in dem uns ohnehin sehr hohe neue Belastungen ins haus stehen.
 Sache ist: Die Strompreise in Österreich könnten nach Einschätzung der Regulierungsbehörde E-Control niedriger sein, denn anders als bei Industriekunden wirken sich die seit Anfang 2009 relativ stabilen Großhandelspreise kaum aus. Das Senkungspotenzial für den reinen Energieanteil, der etwas weniger als die Hälfte der Prozent der gesamten Stromrechnung ausmacht, bezifferte E-Control-Geschäftsführer Walter Boltz mit 10 bis 15 Prozent.

Keine Preisweitergabe


Die Strom-Großhandelspreise sind bis 2008 kräftig gestiegen, im Zuge der Krise dann deutlich gefallen und seit Anfang 2009 relativ stabil. Die Preise für die Haushalte seien ebenfalls gestiegen, und dann sei lange nichts passiert. Großhandels- und Haushaltspreise klafften nicht nur kurzfristig und vorübergehend auseinander. Es sei unrealistisch, dass mehr als 2 bis 3 Jahre im voraus Strom beschafft werde: „Niemand hat im Juli 2008 für 2011 eingekauft." Irgendwo scheine bei der Preisweitergabe etwas nicht zu funktionieren, denn bei Industriekunden gebe es ein Durchreichen - mit einiger Verzögerung. Nach drei Jahren müssten aber die niedrigeren Großhandelspreise auch bei den Haushaltskunden angekommen sein. Die jüngsten Preissenkungen seien nur wegen niedrigerer Ökostromkosten erfolgt.
Die Gewinne der Branche seien 2010 nach den Krisenjahren wieder auf dem Niveau des Jahres 2006 gelegen, das aggregierte operative Ergebnis (Ebit) der neun österreichischen Landesversorger habe im Vorjahr rund 548 Millionen Euro ausgemacht. Boltz betonte, dass niemand notleidende Energieunternehmen wolle, aber „ein kleines Scheibchen könnten die Haushaltskunden auch bekommen".

Stromlieferanten legen sich quer

Die E-Control habe im Sommer angesichts des Auseinanderlaufens von Entwicklungen eine Marktuntersuchung begonnen und 19 Stromlieferanten um Daten zu den Einkaufspreisen ersucht. Geliefert hat kein einziges Unternehmen!
So viel zur Tranparenz: Die E-Wirtschaft ist der Ansicht, dass sie der Regulierungsbehörde diese Daten nicht zu Verfügung stellen muss. Die Unternehmen haben gegen die entsprechenden E-Control-Bescheide zur Einsichtnahme Rechtsmittel eingelegt, nun sind die Höchstgerichte am Zug. L#ächerlich, wär´s nicht so traurig: Boltz ist „optimistisch, dass es noch heuer zu einer Entscheidung kommt“. Bei der geplanten Reform des Wettbewerbsrechts soll nun die Beweislast umgekehrt werden, also die EVU beweisen müssen, dass sie keine marktbeherrschende Stellung haben. Die E-Control erachtet die Gesetzesnovellen als Schritt zur Belebung des Wettbewerbs.

Jedenfalls: Die Angebote, besonders vom Verbund, mit den aktuellen Preisen des Regionalversorgers zu vergleichen, und dann auch noch im Stall langsam auf Sparlampen und ähnliche Möglichkeiten umstellen zeigt sich jedenfalls als gebot der Stunde!
Veröffentlicht Montag, 6. Februar 2012 16:51 von IHEP-Redaktion

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