Österreichs Springderby war durch viele Jahre der Traditions-Turnierplatz in der Wiener Freudenau. Da es dort keine Austragung mehr gibt, ist derzeit das Steinfeld-Derby in Wiener Neustadt als das „Österreichische Springderby“ anzusehen. Wesentliche Elemente der Derby-Idee werden auch dort verwirklicht – wie die extreme Länge des Wettbewerbs, der Wall und die wiederum für Österreich typischen „Barrieren“ – eine Art „Fünfer-Kombination“ aus Steilsprüngen, die in der Freudenau den Abschluss des Parcours gebildet haben, in Neustadt etwas früher im Verlauf aufgebaut sind.
Die Derbys gehören zu den Springen im Jahr, die zu besuchen sich wirklich lohnt. Heuer gab es in Neustadt einen ungarischen Sieg, und Barbara Belousek konnte mit ihrem Rennwood MD, nach dem Grand-Prix-Sieg am Sonntag davor, im Derby noch einen tollen 2. Platz belegen.
Bei den spezialisierten Springreitern sind die Derbys, wie ja generell der Parcoursbau sehr verarmt, oft unbeliebt, und nur die hohen Geldpreisdotationen locken große und namhafte Starterfelder. Um die sportliche Herausforderung, gar die Ausbildung eines spezialisierten Pferdes geht es ja kaum noch jemandem.
Doch andererseits, wenn es aufgrund der schweren Unfälle zu einem Einstellen oder gar einem Verbot der „Military“ kommen sollte, wäre die Derby-Idee oder vor allem die „Jumping-Cross-Derby-Idee“ eine gute Lösung, um weiterhin noch Springbahnen mit Querfeldein-Charakter anbieten zu können; während andererseits die wie im Spezialparcours zerfallenden Hindernisse die drängenden Sicherheitsfragen positiv beantworten könnten. Das Derby wäre der richtige, moderne Nachfolger der Military.
Derby-Spezialisten wie Nelson Pessoa vertreten übrigens die Ansicht, dass es eben auch unter den Pferden fürs Derby besonders geeignete Pferde gibt; die gezielt aufgebaut und für die Reiter wie auch die Zuschauer spannend eingesetzt werden sollten.
Die „Mutter aller Springderbys“, der möglicherweise wirklich „schwerste Parcours der Welt“, das deutsche Springderby in Hamburg, war Vorbild für das Aufkommen der Springderbys. In vielen Ländern wurde dieses Nachempfinden von natürlichen Hindernissen in typischer Landschaft übernommen. In letzter Zeit reduziert sich der Parcoursbau – leider? – immer mehr auf die Überlänge und die Hindernisdekoration. Und die Parcours bleiben meist über die Jahre gleich, werden jedes Jahr wieder aufgebaut, womit dies die einzigen Parcours sind, die einen Leistungsvergleich über viele Jahre möglich machen.
Nochmals die Sieger beim Hamburger Derby 2011 Andre Thieme (GER) auf Nacorde, aus einer anderen, eine sehr schöne Übersicht über den Turnierplatz gebenden Perspektive http://www.youtube.com/watch?v=diHLS0shS1s
Die Zweitplatzierten heuer, Torben Köhlbrandt auf C-Trenton Z http://www.youtube.com/watch?v=2O1W4bBeEcE
Schon seit langer Zeit wird das deutsche Springderby als internationale Prüfung ausgetragen. Hier Michael Whitacker in der Derby-Qualifikation in Hamburg, einer Springbahn am Derbyplatz, die bereits einige der typischen Derbyhindernisse einbezieht, so die Pferde zeigt, die mit der Charakteristik gar nicht klar kommen und daher nicht im Derby vorgestellt werden sollten, und andererseits den Reitern ermöglicht, die Pferde schon ein wenig mit den besonderen Anforderungen vertraut zu machen.
http://www.youtube.com/watch?v=89EVSaxk118&feature=related
Das englische Springderby: William Funell im Stechen um den Derbysieg in Hickstead 2008 http://www.youtube.com/watch?v=KAbHhQ2ml-A&feature=related
Die britische Pferdesportjournalistin Michelle Clark stellt den englischen Derby-Parcours in Hickstead vor http://www.youtube.com/watch?v=04aKi2_Mckg
Das französische Springderby findet alljährlich in La Baule statt:
http://www.youtube.com/watch?v=1eYRZ2DYZ_0&feature=related
Das schwedische Springderby in Falsterbo:
http://www.youtube.com/watch?v=TNpQq5FjB9o